Wie Vogelkacke dazu beigetragen hat aus dem German Channel einen unvergesslichen Tauchplatz zu machen.

Wie Vogelkacke dazu beigetragen hat aus dem German Channel einen unvergesslichen Tauchplatz zu machen.

Heute gehört der German Channel sicher zu den unvergesslichsten Tauchplätzen Palaus. Es ist der Natur zu verdanken, dass man heute kaum noch sieht, dass es der Mensch war, der diesen Kanal geschaffen hat, und nicht die Natur.

German Channel

In den Tauchshops vor Ort und im Internet erfährt man, dass die deutschen Kolonialherren diesen Kanal ins Barriereriff zwischen Ngemelis und Ngercheu sprengten, um den Transportweg von der außerhalb des Riffs liegenden Insel Angaur, auf welcher Phosphat abgebaut wurde, zum nordöstlich gelegenen Hafen von Koror zu verkürzen. Nur selten erfährt man, wie dieser Kanal indirekt zur Entwicklung Palaus beigetragen hat, oder dass es dabei hauptsächlich um Schei**e ging.

1905 entdeckten die deutschen Kolonialherren, dass die südlich gelegene Insel Angaur über einen großen Vorrat von Guano, einer wertvollen Phosphatquelle, verfügte.

Bei Guano handelt es sich um die Exkremente von Meeresvögeln, Fledermäusen, die hier in Höhlen leben, und Seehunden. In den 1840er Jahren importierte man es ursprünglich aus Peru. Es wurde als Düngemittel geschätzt, und manchmal stellte man auch Schießpulver daraus hier. Die Nachfrage danach war so groß, dass die amerikanische Regierung im Jahre 1856 den Guano Islands Act erließ, der alle amerikanischen Staatsbürger dazu ermächtigte, unbewohnte Inseln, die reich an Guano waren, in Besitz zu nehmen und sie dadurch augenblicklich zu amerikanischen Staatsgebiet zu machen.

Dazu passend: Betauche den German Channel in Palau für ein unvergessliches Erlebnis

Palau verfügte damals über wenig Bedeutung, und wurde nur selten besucht

Obwohl Spanien seit dem 15. Jahrhundert in diesem Gebiet aktiv war, fand der erste längere Kontakt im Jahre 1783 statt, als das Schiff „Antelope“, unter dem Kapitän Henry Wilson, einem Engländer, vor den Rock einem EngländerIslands Schiffbruch erlitt. Schätzungen besagen, dass vor dem Jahre 1850 nicht mehr als 120 Schiffe die Häfen Palaus besucht haben.

In den 1850er Jahren, versuchten sowohl Deutschland als auch Spanien und im geringeren Ausmaß auch England, ihren Einfluss in der Welt auszuweiten, und so kamen nun häufiger deutsche Handelsschiffe nach Palau. 1885 versuchten sowohl Deutschland als auch Spanien Yap zu kolonialisieren, und damit gleichzeitig auch die Inselgruppe der Karolinen, zu der Palau gehört.

Am 21. August 1885 kam das spanische Schiff San Quintîn in Yap an und brachte einen neuen Generalgouverneur, Priester, Soldaten und Bauarbeiter mit, die gekommen waren, um die Karolinen zur spanischen Kolonie zu erklären und auch direkt das Regierungsgebäude zu bauen.

Dem Gouverneur gefiel der Ort an dem man angelegt hatte nicht, und so verbrachte er drei Tage damit einen besseren Ort für sein Regierungsgebäude zu suchen. Als er zu seinem Schiff zurückkehrte, fand er im Hafen das deutsche Schiff Iltis vor, dass im Schutze der Nacht angelegt, einen Fahnenmast errichtet, die deutsche Flagge gehisst und das gesamte Gebiet zur deutschen Kolonie erklärt hatte.

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Fast wäre aus dem German Channel ein Spanish Channel geworden

Als diese Nachrichten in Europa ankamen, gab es in Spanien heftige Proteste gegen Deutschland. Die deutsche Regierung schlug vor den Papst einzuschalten, um die Auseinandersetzung beizulegen. Papst Leopold XIII sprach Spanien die Herrschaft über die Karolinen zu, gewährte Deutschland aber Handels-und Schürfrechte.

Die Deutsch-Neuguinea Handelsgesellschaft wurde in dieser Zeit (zwischen 1870 und 1880) gegründet. Ihre Aufgabe war es, die deutschen Kolonien in New Guinea zu verwalten. Als Ergebnis der Entscheidung des Papstes expandierte die Gesellschaft, und gründete Handelsposten in den Karolinen und auf Palau.

Außer einigen kleinen Handelsposten, hatte die deutsche Regierung jedoch wenig mit Palau zu tun. Sie bestanden zwar darauf, dass Deutsch nun auch in den Schulen unterrichtet wurde. Die Schulen wurden von Missionaren betrieben.

Während des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 verlor Spanien seine Kolonien in den Philippinen und damit die Kontrolle über die anderen Gebiete in der Region. Nachdem ihre Marine komplett zerstört wurde, verkauften sie die Karolinen ­ die der Papst vier Jahre zuvor den Spanien zugesprochen hatte ­ an Deutschland. Deutschland fügte sie Deutsch-Neuguinea hinzu und ersetzte die Handelsgesellschaft durch eine Regierung.

Vor der Entdeckung der Vogelkacke war Kopra die Haupteinnahmequelle

Die Kopra ist das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen, aus dem Kokosöl gewonnen wird. Sie stellt noch heute ein wichtiges Handelsgut für Palau dar. 1907 begannen die Deutschen mit dem Phosphatabbau in diesem Gebiet, besonders auf der kleinen Insel Nauru, die zu Australien gehört und auf der Südinsel Angaur, die zu Palau gehört und südwestlich von Peleliu liegt.

Als Palau sich unter spanischer Herrschaft befand, respektierte die Regierung die örtlichen Bräuche. Die deutsche Verwaltung und die deutschen Gesellschaften jedoch taten dies nicht. Palau ist eine matriarchialische Gesellschaft, in der die Dorfältesten zwar Männer sind und im Dorf regieren, haben sie eher den Stellenwert von Verwaltern. Die wichtigen Entscheidungen werden von Frauen getroffen.

Die SAG versuchte die Insel den zwei Matriarchen abzukaufen, die dies jedoch nicht einmal im Entferntesten in Erwägung zogen. Daraufhin wandte sich das Unternehmen an die zwei Dorfältesten, die ihnen die Insel Angaur für ₤60 verkauften. Die Frauen weigerten sich jedoch dem zuzustimmen, und so zwang das Unternehmen die Dorfbewohner in einen kleinen Bereich der Insel zu ziehen, der weniger als 5% der Gesamtfläche der Insel ausmachte.

Man vermutete, dass Angaur über mehr als 2 Millionen Tonnen Guano verfügte. Der Abbau war Schwerstarbeit, doch relativ simpel. Man holzte die Vegetation ab und die dadurch freigelegte phosphathaltige Schicht wurde in kleine Teile zerbrochen und in Loren geladen. Die Aufseher und Leiter des Unternehmens waren Deutsche, man beschäftigte allerdings hauptsächlich Arbeiter aus China oder Yap. Die Arbeiter aus Yap hatten oft “Schirmherren”, die an ihrer statt die Gehälter der Arbeiter entgegennahmen. Die Arbeiter hatten sechsmonatige Verträge, lebten in Baracken und arbeiteten jeden Tag. Dies brachte der Insel den Ruf eines “Dorfes der Toten” ein.

1911 sprengten die deutschen einen Teil des Barriereriffs vor der Insel und legten einen Kanal an, um eine direkte und sichere Passage zum nordöstlich gelegenen Hafen von Koror zu schaffen, von wo aus die Fracht nach Europa verschifft wurde. Zwischen 1909 und 1913 baute die SAG 236,087 Tonnen Phosphat in Angaur ab. Pro Tonne kostete der Abbau die SAG 9 Reichsmark, die dann anschließend für 30 Reichsmark pro Tonne weiterverkauft wurde.

Ein schöner Profit. Die Einnahmen der Regierung in diesen vier Jahren übertrafen bei Weitem die Einnahmen der Deutsch Neuguinea Gesellschaft in den gesamten 30 Jahren zuvor. Insgesamt wurden auf der Insel über 3.25 Millionen Tonnen Phosphor abgebaut. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges übernahmen die Japaner Palau . Sie setzten die Schürfarbeiten bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg, setzten die Amerikaner die Schürfarbeiten fort, bis diese in den 1950er Jahren schließlich völlig eingestellt wurden.

Es gibt keinen Eintrag darüber, wann der Kanal zum letzten Mal zur Verschiffung von Guano verwendet wurde. Heute wird der Kanal, der als German Channel bekannt ist, dazu benutzt, Touristen und Taucher zu transportieren. Auch Manta und andere Meereslebewesen nutzen diese Abkürzung in die Lagune mittlerweile. Taucher treffen auf einen gesunden Korallenwuchs und eine atemberaubende Unterwasserfauna, während der ursprüngliche Grund für den Kanal in Vergessenheit geraten ist.


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